Warum ist erst im Oktober 2028 Baubeginn?

Warum ist erst im Oktober 2028 Baubeginn?
03.02.2026

Auf der Fläche an der Gehrenseestraße/ Wollenberger Straße, auf der einst Vertragsarbeiter in Plattenbauten untergebracht waren, soll mit den „Gehrenseehöfen“ ein neues Wohnquartier entstehen. Für die Umsetzung dieses Vorhabens haben sich die renommierte Projektentwicklerin Belle Epoque Gesellschaft für behutsame Stadterneuerung mbH sowie die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Howoge zusammengetan.
Hier sollen nach dem Abriss der alten Bausubstanz auf dem Grundstück der Howoge 274 neue Wohnungen, Gewerbeeinheiten, zwei Kitas, aber auch eine Grundschule entstehen. Wie auf der Website https://www.howoge.de/immobiliensuche/neubauprojekte/quartier-gehrenseestrasse-wollenberger-strasse.html zu erfahren ist, sollen die Bauarbeiten der Howoge aber erst 2028 beginnen und 2032 beendet sein. Diese Informationen nahm Abgeordnetenhausmitglied Prof. Dr. Martin Pätzold zum Anlass, um beim Senat nachzufragen, wie der aktuelle Sachstand bei diesem Bauvorhaben ist. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen bat das Bezirksamt Lichtenberg und die Howoge um Stellungnahme.
In ihrer Antwort teilen beide mit, dass der von der Howoge zu bebauende südliche Teil des „Quartiers Gehrenseestraße/ Wollenberger Straße“ Bestandteil des laufenden Bebauungsplanverfahrens 11-165 ist. In diesem Verfahren sei im Dezember 2024/ Januar 2025 zum bisherigen Bebauungsplanentwurf die vorgeschriebene Behördenbeteiligung durchgeführt worden. Die Auswertung dieses Beteiligungsschrittes sowie die entsprechenden Überarbeitungen der Fachgutachten zum Bebauungsplan erfolgten im Jahr 2025. „Die Durchführung einer erneuten Behördenbeteiligung wird zeitnah angestrebt“, heißt es von Bezirksamt und Howoge.
Aber aus welchem Grund ist ein Baubeginn erst im Oktober 2028 vorgesehen? hakt Martin Pätzold in seiner Schriftlichen Anfrage an den Senat nach. Er erfährt in der Antwort auf diese Frage, dass, neben der erneuten Behördenbeteiligung, die Unterzeichnung der städtebaulichen Verträge, die öffentliche Auslegung des Bebauungsplanentwurfes sowie schließlich die Beschlussfassung zum Bebauungsplan noch ausstehen. Das brauche seine Zeit. Erst im Anschluss an die Festsetzung des Bebauungsplanes kann die Howoge die konkrete Entwurfs- und Objektplanung beauftragen sowie den Baugenehmigungsantrag stellen. Das dauere dann mindestens noch einmal zwölf Monate, informieren Bezirksamt und Howoge und weiter: „Darüber hinaus sind vor Baubeginn auch noch bauvorbereitende Maßnahmen zu treffen.“
Durch das Bauvorhaben der Howoge und dem benachbarten der Belle Epoque ergeben sich infrastrukturelle Bedarfe durch die künftigen Bewohner und Gewerbetreibenden. Deshalb möchte Martin Pätzold wissen: Wie werden diese erhöhten Bedarfe bei den Planungen berücksichtigt? Dazu teilen Bezirksamt und Howoge mit: „Die Anpassung von Infrastrukturen umfassen aktuell auf der sozialen Ebene die Errichtung einer Grundschule, einer Kita, öffentlicher und privater Spielplätze und auf der technischen Ebene den Umbau der Wollenberger Straße und teilweise der Gehrenseestraße sowie die Schaffung von Kfz-Stellplätzen und alternativen Mobilitätsangeboten.“
Weil sich die Planung auf diesem Gelände bereits seit einigen Jahren hinzieht, wird Martin Pätzold an diesem Thema weiter dran bleiben.

Fotoinformation:

Auf der Fläche der ehemaligen Vertragsarbeiterunterkünfte plant die Howoge den Bau neuer Wohnungen, einer Schule und weiterer Infrastruktureinrichtungen.