In diesem Frühjahr war der Fahrstuhl im Elfgeschosser an der Barther Straße 7 mehrere Wochen außer Betrieb. Für viele Mieter, insbesondere ältere und gesundheitlich eingeschränkte, war das ein massives Problem im Alltag. Wer jeden Tag mehrere Etagen zu Fuß die Treppe hinauf steigen musste, merkte schnell: Das war kein kleiner Defekt, sondern ein echtes Stück verlorener Lebensqualität.
Nach diesem Desaster für die Mieter wollte Abgeordnetenhausmitglied Martin Pätzold vom Senat wissen, wie solche erheblichen und langwierigen Beeinträchtigungen für die Mieter künftig vermieden werden können. Weil die Vermieterin die Wohnungsbaugesellschaft HOWOGE ist, bat der Senat diese um die Beantwortung der Fragen. Auf die Frage: Gibt es für den Aufzug in der Barther Straße 7 ein Betriebsbuch oder eine vergleichbare Dokumentation, in der Wartungen, Reparaturen, Prüfungen und sonstige Maßnahmen erfasst werden? antwortet die HOWOGE: „Für die Aufzugsanlage in der Barther Straße 7 existiert eine vollständige Dokumentation, in der sämtliche Wartungsarbeiten, Reparaturen und gesetzlich vorgeschriebene Prüfungen erfasst werden. Die HOWOGE führt diese Nachweise sowohl in den eigenen Systemen als auch über ein digitales Wartungsportal des beauftragten Dienstleisters, auf das jederzeit Zugriff besteht.“
Wie sich herausstellte, war allerdings nicht mangelnde Wartung das Hauptproblem, wegen dem der Aufzug wochenlang außer Betrieb war. Denn auf die Frage, welche Maßnahmen sie im Zusammenhang mit dem defekten Aufzug veranlasste, berichtet die HOWOGE unter anderem, dass nach der Störungsmeldung am 17. Februar unverzügliche die zuständige Wartungsfirma mit der Reparatur beauftragt wurde. Vor Ort ist von dieser der Ausfall einer Steuerungsplatine diagnostiziert worden. „Aufgrund marktweiter Lieferengpässe bei diesem spezifischen Bauteil musste eine Sonderbestellung mit längerer Lieferzeit ausgelöst werden“, so die HOWOGE. Dieses Bauteil wurde dann am 30. März eingebaut. Nach der Montage sei aber ein Folgedefekt festgestellt worden, der technisch erst im laufenden Systembetrieb diagnostizierbar war. Die HOWOGE veranlasste daraufhin umgehend die Nachbestellung des erforderlichen zweiten Ersatzteils, das am 10. April eingebaut wurde.
Durch unsachgemäße Nutzung, vor allem durch das Offenhalten von sich automatisch schließenden Aufzugtüren, kam es in der Folgezeit immer wieder zu Störungen. Inzwischen hat die Aufzugsfirma die Türkontakte verstärkt und die Mieter wurden mit Informationsschreiben sensibilisiert, die Aufzuganlage sachgerecht zu nutzen, teilt die HOWOGE mit.
Um die Einschränkungen durch den Ausfall des Aufzugs zu minimieren, machte die HOWOGE den Mietern Unterstützungsangebote. Unter anderem wurde angeboten, den Aufzug im Nachbaraufgang zu nutzen, da beide Aufgänge im 9. Obergeschoss mit einem Durchgang verbunden sind. Dadurch wurde das Treppensteigen für einen Teil der Mieter reduziert. Außerdem wurden auf den Treppenabsätzen jeder zweiten Etage Sitzgelegenheiten aufgestellt, auf denen Mieter beim Treppensteigen pausieren konnten. Schließlich bot die HOWOGE individuelle Unterstützung für mobilitätseingeschränkte Personen an, wenn diese entsprechend mit ihrem Team Kontakt aufnahmen. Die HOWOGE versichert nun außerdem: „Der Hausmeister kontrolliert die Aufzugsanlage täglich zu Dienstbeginn und -ende, um etwaige Ausfälle noch schneller zu erkennen und zu melden.“
Fakt ist allerdings, dass die Reparatur des Aufzugs wochenlang dauerte, weil die nötigen Ersatzteile nicht vorrätig waren und deshalb bestellt werden mussten. Erst nach längerer Wartezeit standen sie zur Verfügung. Damit künftig defekte Fahrstühle innerhalb kürzester Zeit repariert werden können, müssen deshalb sensible Ersatzteile vorrätig sein und dürfen nicht erst aufwendig als Sonderanfertigung in Fernost bestellt werden, meint Martin Pätzold. Zum Zweck der Bevorratung von Fahrstuhlersatzteilen könnten sich die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften beispielsweise zusammentun und einen entsprechenden Ersatzteil-Pool anlegen.
Fotoinformation:
Im Hausaufgang Barther Straße 7 in diesem Häuserblock der Wohnungsbaugesellschaft HOWOGE funktionierte wochenlang der Fahrstuhl nicht.

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