Für eine schnellere M5 ist eine Straßenraumaufweitung in Planung

Für eine schnellere M5 ist eine Straßenraumaufweitung in Planung
29.10.2026

Wer im Berufsverkehr mit einem Zug der Straßenbahnlinie M5 auf der Konrad-Wolf-Straße unterwegs ist, erlebt sie fast täglich: Die längere Wartezeit, ehe die Bahn die Kreuzung mit dem Weißenseer Weg überqueren kann. Ab der Simon-Bolivar-Straße geht es nur sehr langsam voran. Schuld daran ist die lange Autoschlange, die sich vor der ampelgeregelten Kreuzung bildet. Welche Erkenntnisse zur M5 im Stau vorliegen und wie man die Wartezeit vor der Kreuzung reduzieren könnte: Das wollte Abgeordnetenhausmitglied Prof. Dr. Martin Pätzold vom Senat mit einer Schriftlichen Anfrage erfahren.
Die BVG, die vom Senat um Stellungnahme gebeten wurde, teilt ihm mit: „Auf dem genannten Abschnitt der Linie M5 sind im morgendlichen Berufsverkehr in Richtung Weißenseer Weg deutliche Fahrzeitüberschreitungen festzustellen.“ Der Grund sei: „Die Straßenbahnen verkehren in der Konrad-Wolf-Straße in einem straßenbündigen Bahnkörper, das heißt, sie teilen sich die Fahrspur mit den übrigen Verkehrsteilnehmenden.“ Ihre Durchlassfähigkeit werde unmittelbar von der Verkehrsdichte des Individualverkehrs, insbesondere des motorisierten Individualverkehrs, also den Autos, die zeitglich die Straße passieren, beeinflusst, so die BVG.
Weil die Situation offenbar bekannt ist, möchte Martin Pätzold wissen: Welche Möglichkeiten sieht der Berliner Senat, Straßenbahn- und Kfz-Verkehr in diesem Abschnitt stärker voneinander zu trennen und dadurch Behinderungen der M5 durch den Kfz-Verkehr zu vermeiden? Die Möglichkeiten seien durch die in der Konrad-Wolf-Straße gegebene Straßenraumbreite und die derzeit fehlende Verfügbarkeit von Erweiterungsflächen begrenzt, heißt es dazu aus der Senatsverkehrsverwaltung.
Allerdings macht der Senat Hoffnung auf eine Veränderung der Situation: „Im Rahmen des Bebauungsplans 11-9a wird im westlichen Abschnitt der Konrad-Wolf-Straße eine Aufweitung des Straßenlandes auf nördlicher Seite ab ungefähr der Grundstückszufahrt zu den Hausnummern 45/46 bis zum Knotenpunkt Weißenseer Weg/ Konrad Wolf-Straße/ Hohenschönhauser Straße erfolgen.“ Dabei werde für die Flächensicherung die Vorzugsvariante der 2017 durch die Senatsverwaltung für Verkehr beauftragten Verkehrsuntersuchung „Knotenpunkt Weißenseer Weg/ Konrad Wolf-Straße/ Hohenschönhauser Straße“ zu Grunde gelegt.
Diese Vorzugsvariante sieht einen besonderen Bahnkörper im sogenannten Knotenpunktzulauf ab Höhe der genannten Straßenraumaufweitung vor, den es dann geben soll. Zusätzlich sei für den Knotenpunktzu- und -ablauf in der Konrad-Wolf-Straße ein Ausbau auf zwei Fahrstreifen je Richtung vorgesehen, informiert die Senatsverwaltung. Der Radverkehr werde dann auf einem separaten Radfahrstreifen am Fahrbahnrand geführt. Durch all diese Maßnahmen werde eine deutliche Steigerung der Leistungsfähigkeit des Knotenpunktes erwartet. „Ein Zeitplan für die Umsetzung des Knotenpunktumbaus besteht derzeit nicht“, räumt die Senatsverwaltung allerdings ein.

Informationen zum Foto:

Eine Bahn der Straßenbahnlinie M5 in der Konrad-Wolf-Straße. Im Berufsverkehr stehen Züge dieser Linie von der Simon-Bolivar-Straße bis zur Kreuzung am Weißenseer Weg immer wieder im Stau.