Wenn es um klimaresiliente Maßnahmen geht, spielt die Entsiegelung von bisher versiegelten Flächen eine wichtige Rolle in Großstädten wie Berlin. Deshalb entwickelt die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Umwelt und Klimaschutz bis Ende 2026 ein gesamtstädtisches Entsiegelungsprogramm. Die Umsetzung von Entsiegelungsmaßnahmen sowie die Pflege der entsiegelten Flächen finden schwerpunktmäßig in der Zuständigkeit der Bezirke statt. Doch wie sieht es im Bezirk Lichtenberg mit der Entsiegelung von öffentlichen Flächen aus? Das erfragten die Abgeordnetenhausmitglieder Danny Freymark und Prof. Dr. Martin Pätzold vom Senat. Dieser bat das Bezirksamt Lichtenberg der Zuständigkeit halber um Stellungnahme.
Seit 2023 seien zahlreiche Entsiegelungsmaßnahmen im Bezirk, insbesondere im Rahmen des Neubaus oder der Neugestaltung von Grünanlagen umgesetzt worden, teilt das Bezirksamt mit. Als Beispiel nennt es unter anderem die Herstellung der Grünverbindung Wartenberger Straße. Hier wurde ein zirka 20 Meter breiter Streifen vom Lagerplatz des Straßen- und Grünflächenamtes abgekoppelt. Dabei sind rund 2.500 Quadratmeter Betonflächen aufgebrochen, entsorgt und damit entsiegelt worden. Es wurden Boden- und Bauschutthaufen abgetragen, und die Fläche wurde zusammen mit der brachliegenden Fläche zwischen Lagerplatz, Kleingartenanlage und Bahngelände zu einer öffentlichen Grünfläche mit einer drei Meter breiten wasserdurchlässigen Wegeverbindung entwickelt.
Ein weiteres Beispiel: Im Rahmen der Sanierung des südlichen Teilbereichs des Grünzugs an der Rudolf-Seiffert-Straße wurde unter anderem eine Neuordnung des Wegesystems vorgenommen. Im Zuge dessen wurden zirka 2.000 Quadratmeter versiegelte Wegeflächen zurückgebaut und begrünt. Ein drittes Beispiel sei laut Bezirksamt die Neuordnung der Kanalstraße auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde. Hier wurde die vorhandene rund fünf Meter breite Asphaltstraße abgebrochen und mit hellem Betonpflaster mit Versickerungsfugen neu gepflastert. Im Zuge dieser Baumaßnahmen wurden etwa 5.520 Quadratmeter dunkler Asphalt entfernt und durch rund 4.200 Quadratmeter helles Betonpflaster mit Versickerungsfugen ersetzt. Damit ist die Flächenversiegelung um 2.640 Quadratmeter reduziert worden. Das Niederschlagswasser wird nun nicht mehr in die Kanalisation der Berliner Wasserbetriebe eingeleitet, sondern kann vor Ort versickern.
„Ferner wurden im Bereich der öffentlichen Grünanlagen auch zahlreiche kleinere Entsiegelungsmaßnahmen durchgeführt“, so das Bezirksamt. „Allein im Jahr 2023 konnten durch die Entsiegelung mehrerer Kleinflächen insgesamt rund 3.000 Quadratmeter zusätzlich entsiegelt werden.“ Außerdem gab es auf Mittel- und Unterstreifen von Straßen in Alt-Hohenschönhausen unterschiedliche Entsiegelungsmaßnahmen.
In Umsetzung beziehungsweise in Vorbereitung befinden sich derzeit Entsiegelungsmaßnahmen auf dem Vorplatz des Zentralfriedhofs Friedrichsfelde sowie bei der Umgestaltung der Gudrunstraße zwischen Fanningerstraße und dem Vorplatz des Zentralfriedhofs. Eine Umgestaltung und Entsiegelung des Prerower Platzes in Hohenschönhausen sei indes bisher nicht geplant, teilt das Bezirksamt auf die entsprechende Frage der beiden Abgeordneten mit. Es gebe „derzeit keine konkreten Projektplanungen im Umfeld des Prerower Platzes. Diese werden sich erst im Verlauf der weiteren Bearbeitung des ISEK Ostseeviertels - mit der Erarbeitung der Maßnahmenliste, der Kosten- und Finanzierungsübersicht sowie der Projektsteckbriefe - ergeben. Dazu läuft die fachämterübergreifende Abstimmung.“
Fotoinformationen:
Eine Entsiegelung und Neugestaltung des Prerower Platzes ist in absehbarer Zeit nicht geplant. Diese wird wohl erst stattfinden, wenn sie in die Maßnahmeliste des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK) aufgenommen wird.

Empfehlen Sie uns!