Auf der S-Bahnlinie S75 gab es in diesem Jahr vergleichsweise weniger Verspätungen zwischen Hohenschönhausen und Ostkreuz als noch im Jahr 2017. Und sowohl die Senatsverkehrsverwaltung, als auch die Deutsche Bahn (DB) AG sind bestrebt, mit geeigneten Maßnahmen die Anzahl der Verspätungen in diesem Streckenabschnitt der S75 weiter zu verringern. Das teilten sie den Abgeordnetenhausmitgliedern Danny Freymark und Prof. Dr. Martin Pätzold in den Antworten auf ihre diesbezügliche Schriftliche Anfrage mit.
Im Jahr 2017 benötigten die Züge der S75 noch 16 Minuten von Hohenschönhausen bis Ostkreuz, heute sind es 17, also eine Minute mehr. Dazu erklärt die DB AG: „Diese Reisezeit setzt sich zusammen aus Fahr- und Haltezeitanteilen. Die Fahrzeit in dieser Relation hat sich im angefragten Zeitraum nicht verändert.“ Die leichte Verlängerung der Gesamtreisezeit um eine Minute an Werktagen resultiere aus einer leicht verlängerten Haltezeit im Bahnhof Springpfuhl. Diese sei 2018 nötig geworden, um die S75 in das neue Taktgefüge der übrigen Linien, wie der S7 nach komplexen „Änderungen im Fahrplangefüge der Stadtbahn-Linien durch Inbetriebnahme neuer Infrastruktur am Ostkreuz“ einzubinden.
Neben dieser, von Fahrplan her vorgesehenen Verlängerung der Reisezeit um eine Minute gab es aber noch fast jeden Tag ungeplante Verspätungen auf der Linie S75. Von Januar bis September dieses Jahres registrierte die DB AG insgesamt 1747 Zugverspätungen auf der Linie S75. Das sind immerhin rund tausend weniger als noch im Vergleichszeitraum 2017. Seinerzeit waren es sogar 2741 Verspätungen, die registriert wurden.
Doch was unternahmen bzw. unternehmen der Senat und die DB AG, um die Pünktlichkeit der S75 zwischen Hohenschönhausen und Ostkreuz weiter zu verbessern bzw. den Zugverkehr auf dieser Linie zu beschleunigen, möchten Danny Freymark und Martin Pätzold wissen. „Die Erarbeitung von Gegensteuerungsmaßnahmen zur Verbesserung der Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit im S-Bahn-Verkehr liegt primär bei den betriebsdurchführenden Eisenbahnverkehrs- und Infrastrukturunternehmen der DB AG“, stellt die Senatsverkehrsverwaltung klar.
Der Senat werde bei seinen Bemühungen um eine Reduzierung von Verspätungen vor allem konsequent alle „verkehrsvertraglich vorgesehenen Sanktionsmechanismen für Nicht- und Schlechtleistungen der S-Bahn Berlin GmbH“ umsetzen. Zudem thematisiere er in regelmäßigen Gesprächen „sowohl mit dem Eisenbahnverkehrsunternehmen S-Bahn Berlin GmbH als auch mit dem Infrastrukturbetreiber DB InfraGO AG das aktuelle Qualitätsniveau, bestehende Probleme und Ursachen“ und fordert Gegenmaßnahmen ein. Außerdem setzte er sich für Ertüchtigungsprogramme für die Fahrzeuge der Baureihen 481 sowie für die Beschaffung neuer Bahnen und damit die Modernisierung der S-Bahnflotte ein, heißt es aus der Senatsverkehrsverwaltung. Schließlich beteilige sich das Land Berlin an „Maßnahmen zur Stabilisierung und Verstärkung der Bahnenergieversorgung im S-Bahn-Netz.“
Die DB AG hatte ihrerseits bereits 2019 ein neues Elektronisches Stellwerk (ESTW) für diesen S-Bahnbereich in Betrieb genommen. Darüber hinaus wurden parallel Gleise und Weichen zwischen Springpfuhl und Wartenberg auf einer Strecke von sechs Kilometern erneuert. Geplant sei nun außerdem ein Umrüsten von „Gleisfreimeldeanlagen auf Achszähltechnik auf der Stadtbahn, was zur Stabilität der Ost/West Verbindungen beiträgt“ sowie eine „Hochrüstung des ESTW Strausberg auf iLBS (integriertes Leit- und Bediensystem) für die Steuerung durch automatisierte Störfallkonzepte“.
Mit den genannten Maßnahmen soll die Anzahl von Verspätungen weiter reduziert werden. Dass sich allerdings die Fahrzeit zwischen Hohenschönhausen und Ostkreuz verkürzen wird, davon ist nicht auszugehen. „Unter Berücksichtigung der infrastrukturseitigen und fahrzeugseitigen Rahmenbedingungen, den zu bedienenden Verkehrshalten und bestehenden fahrplanseitigen Abhängigkeiten sieht der Senat keine Möglichkeit für eine grundlegende Beschleunigung der Linie S75“, stellt die Senatsverkehrsverwaltung klar.
Fotoinformation:
Die Züge der S-Bahnlinie S75, hier ein Zug beim Halt am Bahnhof Gehrenseestraße, benötigen von Hohenschönhausen nach Ostkreuz bzw. in umgekehrter Richtung 17 Minuten Fahrzeit. Viel schneller werden sie nach Auskunft des Senats vorerst auch nicht unterwegs sein.

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