War es nötig, die Straßenbahnen der Linie M4 im gesamten Bereich von Hohenschönhausen während einer relativ langen Bauzeit gar nicht fahren zu lassen? Dieser Frage gingen die Abgeordnetenhausmitglieder Danny Freymark und Prof. Dr. Martin Pätzold mit einer Schriftlichen Anfrage an den Senat nach. Zugleich wollten sie erfahren, warum eine alternative Umfahrung der Baustelle mit Straßenbahnen der Linie M4 durch die Suermondstraße nicht in Betracht gezogen wurde.
Wegen zweier Baustellen fährt die Straßenbahnlinie M4 seit März erneut aus der Innenstadt kommend nur bis zur Sulzfelder Straße. Dort müssen Fahrgäste in den Schienenersatzverkehr umsteigen. Die Busse fahren bis zur Zingster Straße und retour zur Sulzfelder Straße. Der M4-Gleis-Ast nach Falkenberg wird hingegen ab Prerower Platz von der Straßenbahnlinie M5 bedient. Das heißt, dass Fahrgäste Richtung Falkenberg am Prerower Platz aus dem Bus-Ersatzverkehr nochmals in die Straßenbahn umsteigen müssen.
Der Grund für die M4-Streckenunterbrechung: Die Gleisbauarbeiten in der Hansastraße vom vergangenen Jahr werden bis zum 27. Juli in einem zweiten Abschnitt zwischen Feldtmannstraße und Buschallee fortgesetzt. Zeitgleich finden außerdem Bauarbeiten an der Gleisschleife Zingster Straße statt, sodass auch auf der Zingster Straße bis zum Prerower Platz und umgekehrt keine Straßenbahnen verkehren können.
Eine Alternative zur kompletten Einstellung des M4-Straßenbahnverkehrs zwischen Sulzfelder Straße und Hohenschönhausen habe man nicht gesehen, heißt es aus der Senatsverkehrsverwaltung als Antwort auf die entsprechende Frage. Ein Bauen „unter dem rollenden Rad“ bzw. in einem Gleis sei bei diesem Maßnahmenumfang nicht möglich. Dennoch bestehe ein adäquates Verkehrsangebot. „In den Streckenabschnitten der M4, auf denen die Gleisbauarbeiten stattfinden, wird ein Ersatzverkehr mit Bussen mit einem 4-Minuten-Takt in der Hauptverkehrszeit angeboten. Er läuft nach den Beobachtungen des Aufgabenträgers weitestgehend stabil und pünktlich. Er ist nicht überlastet“, so die Senatsverwaltung. Mit der Linie M5, die die Gleisschleife in der Zingster Straße wegen der dortigen Bauarbeiten ebenfalls nicht anfahren kann und die nun nach Falkenberg fahrt, bestehe außerdem „eine gute Fahrtalternative für die Fahrgäste aus Neu-Hohenschönhausen in die Innenstadt und nach Alt-Hohenschönhausen.“
Aber aus welchen Gründen ist es derzeit nicht möglich, dass zumindest einzelne Bahnen der Linie M4 während der Bauzeit die Strecke über die Suermondstraße nutzen? möchten die beiden Abgeordneten wissen. Dazu erklärt die Senatsverkehrsverwaltung: „Die Führung der Linie M4 über die Suermondtstraße - auch für einzelne Bahnen - ist aus Sicht des Senats nicht sinnvoll. Zum einen könnten die auf der Linie M4 eingesetzten 60 Meter langen Straßenbahnzüge (GT6-Doppel) aufgrund zu kurzer Haltestellenbereiche nicht alle Haltestellen auf der Umleitungsstrecke über die Buschallee, Suermondtstraße, Hauptstraße, Wartenberger Straße und Rüdickenstraße nutzen. Zum anderen nimmt die reguläre Endstelle Falkenberg der M4 die umgeleiteten Züge der M5 auf, sodass dort die Gleiskapazitäten ausgeschöpft sind.“
Sieht denn der Senat Möglichkeiten, die Linienführung der Linie M4 nach Abschluss der Bauarbeiten in der Hansastraße so zu verändern, dass zumindest einzelne Bahnen dauerhaft über die Suermondstraße geführt werden könnten, um die Anbindung von Alt-Hohenschönhausen an den ÖPNV zu verbessern? haken Danny Freymark und Martin Pätzold schließlich nach. Dazu stellt die Senatsverwaltung fest, dass Alt-Hohenschönhausen ist mit der Linie M5 bereits sehr gut an den ÖPNV angebunden ist. Im aktuellen Nahverkehrsplan sei daher keine veränderte Führung der M4 vorgesehen. „Auch im Entwurf des Nahverkehrsplans 2026-2028 ist keine Veränderung geplant. Darüber hinaus ist - wie ausgeführt - die Führung auch einzelner Bahnen der Linie M4 mit bis zu 60 Metern Länge schon aufgrund begrenzter Haltestellenlängen ausgeschlossen.“
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Noch bis Ende Juli fahren die Straßenbanen der Line M4 statt bis zur Zingster Straße nur bis zur Suermondstraße. Dort müssen Fahrgäste dann in den Bus-Ersatzverkehr umsteigen.

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